Reisen

Urlaub mit Hund am Ruppiner See & Ausflug nach Warnemünde

Wochenlang bestand unser Alltag aus Terminen, Projekten und Deadlines. Während ich nur tagsüber beim Kunden sein musste, hatte Patrick mindestens 4 Tage pro Woche im Hotel verbracht und Lilly jede Woche 2-3 Tage in der HuTa (Hunde-Tagesstätte).

Als Patrick dann nach einem 10-tägigen Tripp für eine Nacht nach Hause kam, um dann am nächsten Tag schon wieder weg zu müssen, waren wir Drei uns ganz schnell einig. Wir hatten ganz dringend mehr gemeinsame Zeit nötig und sehnten uns nach einer gemeinsamen Auszeit.

Also beschlossen ich ganz spontan, dass Lilly und ich, Patrick auf seinem nächsten Tripp einfach begleiten. Ich musste nur einen Termin verschieben und konnte den Rest auch von unterwegs erledigen. Dachte ich zumindest erstmal, denn da kam uns dann noch was gewaltiges dazwischen..

Patrick bereitet sich gerade für die Prüfung der Verkehrs-Piloten-Lizenz vor und muss dazu immer wieder zur Flugschule nach Kyritz in Brandenburg. Bisher war er dort immer ohne uns, aber diesmal kamen wir einfach mit. Die Autofahrt mit fast 6 Stunden würde sehr lang werden für Lilly, aber wir nahmen uns vor einfach genügend Pausen zu machen, damit es für uns alle eine stressfreie Reise wird.

Ein Hundefreundliches Hotel für unseren 6-tägigen Aufenthalt zu finden war einfacher als ursprünglich gedacht. Nur 30 Minuten von Kyritz entfernt, fanden wir das Hotel Theodors am Ruppiner See. Ich bin immer wieder verblüfft, wie hundefreundlich Deutschland doch ist. Griechenland kann sich da noch eine gewaltige Scheibe von abschneiden!

Auf der Hinreise war Lilly zu Beginn der Reise sichtlich angespannt und fing in einem Tunnel sogar an zu zittern. Aber da wir sie statt im Kofferraum extra auf der Rückbank mitnahmen, konnte ich sie beruhigen. Geschlafen hat sie die komplette Fahrt nicht, selbst gelegen ist sie nur selten. Ich glaube ihr wird etwas schlecht beim Autofahren, darum legt sie sich nicht auf den Bauch und hält den Kopf oben oder legt ihn nur zwischen unseren Vordersitzen ab.. Arme Maus.

Auf der Rückreise war Lilly wesentlich entspannter, vielleicht hatte die Stimme unseres Hörbuch-Ostseekrimis sie auch etwas beruhigt, so dass sie sich sogar ganz ablegte und fast ein wenig geschlummert hat.

Mit unserer Hotelauswahl hatten wir richtig viel Glück! Das Theodors Hotel ist sehr hundefreundlich, selbst zum Frühstück und ins Restaurant durfte Lilly mit und bekam vom Hotelpersonal sogar ein paar Streicheleinheiten. Das Hotel hat nur 11 Zimmer und liegt direkt am Ruppiner See. Wir haben während unseres Aufenthaltes einmal das Zimmer gewechselt, da für alle 6 Tage kein Zimmer frei war. Erst waren wir ein einem etwas kleineren Zimmer, das aber trotzdem für uns 3 ausreichend war. Dann sind wir in ein großes Zimmer umgezogen. Beide Zimmer waren sehr gemütlich eingerichtet und hatten Blick auf den See. Wir haben uns sehr alle sehr wohl gefüllt.

Das kleine Örtchen Wustrau ist umgeben von Wald und Wiesen und damit perfekt für schöne Spaziergänge. Direkt am Ortsrand sind riesige Pferdekoppeln, was für Lilly und mich eine perfekte Gelegenheit war an ihrer Angst vor Pferden zu arbeiten.

Außer Natur gibt es jedoch in Wustrau sonst eher nichts zu entdecken. Es gibt ein Kaffee, das hat aber nur von Freitag bis Sonntag von 12-18 Uhr geöffnet, ein Museum das ab Oktober gar nicht mehr geöffnet ist und… hm.. das wars! 🙂 Kein Bäcker, keine Gaststätte und auch zum nächsten Supermarkt fährt man eine Weile. Nicht schlimm, denn das Essen im Hotel-Restaurant ist sehr lecker und empfehlenswert! Wenn ich Hauptgerichte wie Bio-Hähnchen oder Hinweise auf Fleisch und Gemüse aus der Region auf einer Karte lese, freue ich mich immer sehr, denn das gibt es leider noch viel zu selten. Ihr wisst ja, dass ich mit der Massentierhaltung auf Kriegsfuss stehe..

Alles in allem, der perfekt Ort für eine romantische Auszeit mit Hund. 

So richtig romantisch wurde es, als der Sturm Xavier über Brandenburg zog. Der See schlug wilde Wellen und um uns rum wurden riesige Bäume entwurzelt. Als dann nachmittags der Strom und das Mobilfunknetz ausfiel, waren wir komplett von der Außenwelt isoliert. Der Stromausfall dauert bis zum nächsten Nachmittag an, so dass das Hotel am Abend mit Kerzen ausgeleuchtet wurde. Bei unserem abendlichen Spaziergang mit Lilly wählten wir einen Weg durchs Dorf, bei dem wir darauf achteten, dass wir um große Bäume einen Bogen machten, denn die Gefahr eines Astes der runterfiel war zu groß. Im Wald wäre es viel zu gefährlich gewesen und auch in den Tagen danach wurde noch vor herunterfallenden Ästen gewarnt.

Der Koch zauberte zum Abendessen bei Kerzenlicht kalte Platten und im Anschluss gingen wir mit Kerzen ausgerüstet ins Zimmer. 

Leider gibt es ohne Strom auch kein warmes Wasser und am nächsten Morgen wurde es dann ohne Heizung auch etwas kühl. Auch unsere iPhone Akkus und Mac Books waren irgendwann leer, was mir zum Verhängnis wurde, da ich eigentlich an einer Telefonkonferenz mit einem Kunden teilnehmen hätte teilnehmen müssen. Die SMS an die Kollegin, um diese wenigsten zu informieren, ging nach 3 Stunden zum Glück irgendwann raus.

Da wir am nächsten Morgen noch keine Ahnung hatten, wie lange der Stromausfall andauern würde, entschieden wir den Tag für einen Ausflug an die Ostsee zu nutzen. Lilly war seit Dezember 2016 nicht mehr am Meer gewesen und ich hatte fast Tränen in den Augen als ich Lilly´s Euphorie und Freude sah, als ihre Pfoten den Sand berührten und sie die frische Meerluft roch. Sie wälzte sich im Sand, rannte mutig in die Wellen und tobte im Wind. Sie so glücklich zu sehen, war einfach nur schön und und allein die Erinnerung an diesen schönen Tag mit Lilly und Patrick am Meer, treibt mir immer noch kleine Freudentränen in die Augen. Hach, mir wird richtig warm ums Herz wenn ich daran denke.

Als wir abends wieder ins Hotel zurück kamen, ging der Strom wieder. Nach einer warmen Dusche kuschelten wir uns zu Dritt ins Bett, erschöpft aber sehr glücklich. Alleine für diesen einen Tag am Meer, hatte sich die lange Fahrt gelohnt.

Die Natur in Brandenburg ist wirklich traumhaft und die Wiesen und Wälder erstrecken sich über riesige Flächen. 

Ein paar  Tage später, unternahmen wir bei Regen einen abenteuerlichen Waldspaziergang, bei dem wir uns etwas verliefen, um gefallene Bäume herumklettern und schlussendlich und über einen Zaun klettern mussten. Für Lilly fanden wir ein Loch, so dass sie unten durch schlüpfen konnte.

Ein richtiger kleiner Abenteuerurlaub!

Nach einem unserer Ausflüge, entdeckten wir zufällig Gut Hesterberg. Von der Straße sahen wir nur eine große Einfahrt und spontan entschieden wir einfach mal reinzufahren. Wir fuhren eine Weile an riesigen Weiden mit Rindern vorbei und erreichten dann ein wunderschönes Gutsgebäude, in dem wir ein Restaurant entdeckten. Alles stammt hier aus eigener Produktion, das Fleisch von den Rindern die wir draußen auf der Weide gesehen hatten und den Hühnern die wir im Freilauf sahen. Das nenne ich artgerechte Tierhaltung. Das Gut besteht aus drei Gebäuden, wovon jedes einzelne Platz für eine Großfamilie haben muss. Wir staunten nicht schlecht, als wir in einem der Gebäude den Pferdestall entdeckten. So edle Ställe habe ich noch nie gesehen!

Und das Essen… Rinderbäckchen auf Selleriepüree mit einer Rotweinsoße.. ich kann ohne Übertreibung sagen, das war mit das Beste das ich je gegessen habe! Wenn ihr mal in der Gegend seid, unbedingt vorbeischauen! Auch das Ambiente ist wirklich einladend. Während wir aßen lief draußen ein Esel am Fenster vorbei, gefolgt von ein paar Ziegen. Herrlich!

Wir hatten wirklich eine schöne Zeit in Brandenburg und schon bald werden Lilly und ich, Patrick wieder begleiten. 

Was ich das nächste Mal jedoch anders machen werde, ist das Futter von Lilly. Ich konnte natürlich kein frisches Fleisch mitnehmen und sie in der Zeit nicht barfen. Selbst eine Minibar hätte für 6 Tage nicht ausgereicht zur Kühlung. Also entschied ich mich ein hochwertiges Dosenfutter zu kaufen. Lilly hat es geschmeckt, aber der Gestank von Dosenfutter am Morgen ist wirklich widerlich. Selbst ein Pansen ruft bei mir keine so große Übelkeit hervor wie das Zeug. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie Leute sagen können die Zubereitung von frischem Fleisch sei eklig und lieber eine Dose öffnen. An den Geruch von Dosenfutter kann ich mich wirklich nicht gewöhnen. Das nächste Mal nehme dann doch lieber Trockenfutter mit, oder getrocknetes Fleisch dass man mit Wasser aufweichen kann. Ich werd mir was überlegen, aber Dosenfutter kommt mir nicht mehr ins Gepäck!

Brandenburg mit Hund, ist wirklich eine Reise wert und die Nähe zur Ostsee ein zusätzlicher Bonus! 

 

 

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1 Comment

  • Reply
    WarnowTatzen
    5. November 2017 at 4:02 pm

    Hach ja, unsere schöne Ostsee hat bisher bei jedem Hund den Seebären heruasgekitzelt.
    Schön, dass euch der Tag in meiner Heimat gefallen hat und ihr ein paar schöne Tage hattet.

    Liebe Grüße

    Anika, Adgi und Scar

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