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Hundesitter Infos Teil #4: Begegnungen mit (wilden) Hunden

Nach den ersten 3 Teilen der Serie für „Hundesitter“, welche meiner Mum alle Infos geben sollte, für die Zeit in der ich in LA bin und sie auf meine kleine Lilly aufpasst, habe ich sie gefragt welche Infos sie noch interessieren würde. Sie hat mich gefragt wie genau sie mit Begegnungen mit anderen Hunden umgehen sollte, vor allem weil es hier viele wilde Hunde gibt, die ohne Herrchen unterwegs sind. Hier meine Tipps und Erfahrungen dazu:

Grundsätzlich ist das mit Lilly kein großes Problem, da sie als Weibchen nicht so schnell in Kampfsituationen kommt, da haben es Hundebesitzer von Rüden sicher schwerer und müssen mehr aufpassen. Lilly ist von Natur aus ein sehr freundliches Wesen und hat den respektvollen Umgang mit anderen Hunden währen unsere Trainings gelernt.

In der Nachbarschaft sehe ich viele, die mit einem Stock ausgerüstet, mit ihren Hunden spazieren gehen, aus Angst vor wilden Hunden. Ich verstehe das zum Teil, aber im Ernstfall heisst dass dann wohl auch dass der Stock zum Einsatz kommt und der wilde Hund mit Gewalt verjagt wird. Nicht unbedingt meine Lieblingslösung.

Genauso effektiv, aber ohne Gewalt ist da eine Flasche Wasser dabei zu haben und den wilden Hund damit zu verjagen, wenn es wirklich ernst wird.

Die Frage ist nun, wann ist es Ernst.

Wie der Hund seinen Schwanz bewegt und damit wedelt, kann ein Hinweiss für Aggression sein. Trägt er die Rute überhalb der Waagerechten (von seinem Rückrate gesehen) dann will dieser imponieren und es kann eskalieren.  Wedelt er unterhalb der Waagerechten ist alles gut und ein Zeichen für Freuden.

Wenn er den Schwanz hochnimmt, damit wedelt und zudem die Zähne zeigt, sich das Rückenhaar sträubt, dann wird es richtig ernst.

Was tun wenn es ernst wird?

  • Ruhig bleiben und keine schnellen, hektischen Bewegungen machen und auf keinen Fall wegrennen.
  • Sanft auf den Hund einreisen und ihm vermitteln dass Du sein Freund nicht Feind bist.
  • Sich auf Augenhöhe begeben und leicht in die Hocke gehen.
  • Dem Hund nicht direkt in die Augen schauen, das wird auf ihn bedrohlich. Besser leicht über ihn hinweg schauen.

Wenn Lilly und mir ein wilder Hund begegnet, lasse ich die beiden erstmal „ihr Ding“ machen und bleibe ruhig. In 90% aller Begegnungen die wir mit wilden Hunden hatten, haben sich die beiden kurz beschnuppert und ich konnte dann einfach aber bestimmt mit Lilly weiterlaufen.

Ich versuche dabei so wenig Kontakt und Beschnuppern wie nötig zuzulassen, aber genug damit die zwei sich kurz abchecken können.

Lilly hat eine gute Intuition für Hunde die aggressiv sind und meidet den direkten Kontakt. Als Weibchen legt sie es nicht darauf an zu kämpfen.

Häufig verteidigen wilde Hunde auch einfach nur ihr Revier und das Revier zu verlassen regelt alles ganz einfach. Weitergehen ohne zu hektisch zu werden oder zu rennen.

Sollte der Hund aber doch zu aggressiv werden und zu nahe kommen, würde ich ihn mit Wasser bespritzen und damit verjagen. Mit Lilly zügig weitergehen, ohne zu rennen. Mein bestimmtes Auftreten dabei, mit dem ich dem anderen Hund Dominanz und Grenzen aufzeige, hat bisher immer funktioniert.

In Situationen in denen ich die Situation nicht 100%tig einschätzen konnte, habe ich eine Handvoll Leckerli´s ausgeworfen und den anderen Hund damit kurz beschäftigt, so dass ich mit Lilly weiterlaufen konnte. Das hat jedoch manchmal den Effekt dass der andere Hund dann hinterher läuft, in diesem Fall aber i.d.R. als neuer Freunde, nicht aggressiv. 🙂

Manchmal werden zwei Hunde auch während dem Spielen etwas aggressiv, dass Hunde nicht mehr spielen sondern kämpfen merkt man daran, dass sie die Zähne fletschen und anfangen knurrende Geräusche von sich zu geben. Bei einem friedlichen Spielen (das für uns nicht immer so aussieht aber so ist) beißen sich die beiden auch mal sanft am Hals, aber geben keine Laute von sich. Sobald es zu groß und hörbar aggressiv wird empfiehlt es sich die beiden Hunde zu trennen. Leckerli´s großflächig um die beiden werfen ist hier immer meine effektivste Lösung.

Niemals mit den Händen dazwischen gehen. Im Ernstfall mit dem Fuss, den eigenen Hund am Halsband schnappen sobald man sicher sein kann, dass man nicht Gefahr läuft dass der andere Hund einen dabei beissen könnte. Vor dem Einsatz von Gewalt mit dem Fuss, hilft das spitzen von Wasser wirklich Wunder, was auch am Überraschungsdefekt liegen kann, damit rechnet ein Hund nicht und hält erstmal verdutzt inne um die Lage zu verstehen. Zeit um mit dem eigenen Hund weiterzugehen.

Wenn ich beim spazieren mit Lilly anderen Hunden mit Herrchen an der Leine begegne, checke ich mit dem Herrchen kurz ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Lilly kann gut mit Männchen, nur mit Weibchen kommt ab und an ein bisschen Zickere auf, aber weniger von Lilly. Hundebesitzer die Weibchen haben die nicht gut mit anderen Weibchen sind, sagen das meistens sofort und wir gehen weiter ohne dass sich die beiden beim Beschnuppern zu nahe kommen. Die Kommunikation mit den Herrchen ist hierbei das wichtigste, dann geht eigentlich nichts schief, insofern jeder seinen eigenen Hund gut genug kennt.

 

Was sind Eure Erfahrungen im Umgang mit wilden Hunden?
Hat noch jemand Tipps?

 

Und hier könnt ihr die ersten Teile lesen und warum ich diese überhaupt schreibe:
Hundesitter Infos #1: Allgemeines
Hundesitter Infos #2: Giftige Lebensmittel für Hunde
Hundesitter Infos #3: Baden & Duschen
Ich glaube damit ist erstmal alles wichtige für die Hunde-Oma / Hundesitter erwähnt, falls mir noch etwas einfällt, wird das in einem weiteren Artikel ergänzt. Und ich bin sicher dass ihr hier bald einen Artikel lesen könnt, indem es darum geht wie sehr ich Lilly vermisse, während der 10 Tage die ich in La bin. Mehr als 5 Tage waren Lilly und ich noch nie getrennt..

 


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