Zubehör

Die Hundebox

Dieser Artikel liegt mir sehr am Herzen, denn zum Einen stoße ich sehr häufig auf Unverständnis, dass ich meine kleine in einen „Käfig“ sperre und zum anderen möchte ich anderen Hundebesitzern damit helfen und aufzeigen, welche Vorteile der Einsatz einer Hundebox bringt.

Vorteil 1: Den Welpen Stubenrein bekommen

Fangen wir ganz von vorne an. Als Lilly mit vier Monaten bei uns einzog, war sie noch nicht Stubenrein und das neue weiche Hundebett hat sie irgendwie falsch verstanden und lieber drauf gepinkelt als darin geschlafen. Sie war zu klein um alleine in einem anderen Raum zu schlafen und groß genug um aufs Bett zu springen – der nächste Ort an dem sie sich dann Nachts erleichterte obwohl wir alle 2 Stunden mit ihr raus sind.

Die Lösung war eine Hundebox neben dem Bett in der Lilly schlief. Hunde sind sehr reinlich und haben von Natur aus den Instinkt nicht in das eigenen Nest zu pinkeln, darum hat sie sich bemerkbar gemacht wenn sie musste und ich konnte schnell mir ihr raus.

Die meisten Hundeboxen lassen sich durch ein flexibles Trenngitter verkleinern, so kann man am Anfang direkt die richtige Größe kaufen, da die Hundebox mit wächst. Wenn die Box zu groß ist, fangen einige Welpen an in der einen Ecke zu pinkeln und in der anderen zu schlafen.

Vorteil 2: Besuch empfangen ohne ihn zu verschrecken

Es kommt immer wieder vor, dass Besuch kommt der Angst vor Hunden hat und die Hundebox gibt mir die Möglichkeit Lilly von meinen Gästen auf Abstand zu halten ohne dass ich sie in ein anderes Zimmer sperren muss. Lilly ist immer sehr aufgeregt wenn Besuch kommt, manchmal zu sehr. Ich lasse sie dann 10 Minuten in der Hundebox bis sich etwas beruhigt hat. Sie weiss die Hundebox ist ein Ort an dem sie zur Ruhe kommen muss und tut das auch.

Vorteil 3: Den Hund alleine lassen ohne dass dabei Dinge in der Wohnung zerstört werden

Manche Hunde tendieren von Anfang an dazu, alles in der Wohnung als Kauspielzeug zu betrachten. Andere wie Lilly tun das nicht, können diese Verhalten aber aus Langeweile beim allein sein beginnen. In der Hundebox sind nicht nur Gegenstände geschützt, sondern auch der Hund davor Gegenstände zu schlucken die er nicht schlucken sollte. Wenn ein Hund vorsichtig und mit Geduld an die Hundebox gewöhnt wurde, lernt er dass die Hundebox ein Ort für Ruhe ist und entspannt dort während dem alleine sein. Das alles hat nichts mit weg sperren zu tun, die Hundebox mag uns wie ein kleiner Käfig vorkommen, aber aus Sicht des Hundes ist es wie ein eigenes Zimmer und groß genug zu stehen und sich im liegen auszustrecken. Ich vergleich das gerne mit einem Baby-Bett, da sind auch Gitter drum rum, aber das heisst noch lange nicht dass es ein gemeiner Käfig ist. Auch ein Baby-Bett dient der Sicherheit des Kindes und dient nicht dem Zweck das Kind weg zusperren.

Wichtig an der Stelle ist zu erwähnen, dass ein Hund weder in der Wohnung noch in der Hundebox zu lange alleine sein sollte. Ich persönlich habe eine 4 Stunden Regel, wenn ich länger weg sein muss bringe ich Lilly in den Hundepark zum spielen. Ich achte immer darauf dass Lilly vorher so viel Bewegung hat wenn ich sie alleine lassen muss, dass ich weiss dass sie mit oder ohne meine Anwesenheit sowieso schläft.

Vorteil 4: Dem Hund einen Rückzugsort geben

Ich habe Lilly sehr langsam, vorsichtig und mit viel Geduld an die Hundebox gewöhnt. Meine Hundetrainerin war dabei eine sehr große Hilfe und hat mir tolle Tipps gegeben, damit Lilly die Hundebox als ihren eigenen Ort empfindet und sich dort zurückziehen kann.

Das Training mit der Hundebox begann mit der einfachen Anwesenheit der Box. Eine Woche war die Box geschlossen und stand einfach nur da. Dann haben wir angefangen alle ihre Spielsachen in die Box zu legen, wobei die Hundebox immer noch geschlossen war. Als Belohnung habe ich die Hundebox geöffnet und Lilly durfte sich ein Spielzeug rausholen. So wurde die Hundebox etwas spannendes für Lilly und sie hat versucht hineinzukommen ohne dass ich bis zu diesem Zeitpunkt versucht hatte sie zu motivieren reinzugehen.

Wieder eine Woche später haben wir angefangen ihr das Futter in der Box zu geben. Die Box war immer noch geschlossen und ging nur für das Futter auf. Die Hundebox wurde langsam zu einem Ort der Belohnung, spannend für Lilly und hatte für sie ganz und gar nichts mit alleine sein oder weggesperrt sein zu tun.

Erst nach ca. 3 Wochen blieb das Türchen offen und ich habe von oben Leckerlies eingestreut. Wenn Lilly rein ging um sie sich zu holen hab ich sie mit dem Klicker und einem extra Leckerli beim rausgehen belohnt, das haben wir ca. 3 Mal am Tag gemacht bis sie anfing von alleine in die Box zu gehen und erst als Lilly anfing es sich darin gemütlich zu machen und sich hinzulegen, was ein Zeichen ist, dass sie sich dort wohl fühlt, habe ich angefangen das Türchen nur für wenige Sekunden zu schließen.

Langsam langsam wurden aus Sekunden Minuten und irgendwann hat es sie gar nicht mehr interessiert dass ich das Türchen zu mache. Bis heute ist die Hundebox Lilly´s Platz und sie schläft dort auch ohne dass ich die Tür verschliesse. Es ist ihr Zimmer, ihr Platz wo sie entspannt und sich Geborgen fühlt.

 

Wie kann ein Ort an dem Lilly freiwillig schläft etwas schlechtes für sie sein. Nur wenn die Hundebox nicht langsam trainiert wurde und als Bestrafungsort verwendet wird, oder den Aufenthalt darin von Anfang an nur in Verbindung mit alleine sein bringt, ist die Hundebox Bestrafung statt der Lieblingsplatz.

Lilly bekommt auch heute noch ihr Futter in der Box und hört auf das Kommando „Go in your room“ wenn ich möchte dass sie hineingeht.

Ich bin froh das sich die Hundebox habe und kann sie nur empfehlen, möchte aber noch mal erwähnen wie wichtig es ist ganz viel Geduld zu haben und den Hund langsam und liebevoll an die Box zu gewöhnen.

 

Hundebox

 

 

Hier könnt ihr noch auf anderen Blogs zu diesem Thema lesen:

www.yorkshireterrierblog.de

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14 Comments

  • Reply
    Patricia
    5. Januar 2016 at 9:38 am

    Ich denke auch schon seit längerem über eine Box nach. Vorallem fürs Büro oder auch zu Hause wenn wir Besuch bekommen oder Cosmo die Katzen auf die Nerven gehen. Dein Blogpost hat mich darin bestätigt. Vorallem finde ich gut, wie viel Zeit du dir mit der Eingewöhnungszeit gelassen hast. Dann wird die Box zum Lieblingsplatz und nicht zum Gefängnis.
    Herzlichst Patricia

    • Reply
      LILLY & LENA
      5. Januar 2016 at 4:25 pm

      Liebe Patricia,
      ich freue mich dass Dir mein Artikel gefallen und vor allem auch geholfen hat!
      Lass mich gerne wissen wie es bei Euch mit der Hundebox läuft!
      Liebe Grüße Lena & Lilly

  • Reply
    Abby
    9. Januar 2016 at 7:06 pm

    Lass dir da bloß nix einreden, von wegen in einen „Käfig sperren“ etc.
    Wir haben auch eine Box (nur ist unsere aus Stoff, einfach weil es schöner aussieht für uns). Abby kennt sie seit dem sie bei uns ist und geht auch freiwillig hinein. Wir wollen jetzt noch eine fürs Auto etablieren.

    Wenn eine Box positiv verknüpft wird, dann ist eine Box etwas ganz, ganz tolles!!!

    Liebe Grüße
    Abby

  • Reply
    Jasmin
    10. Januar 2016 at 4:20 pm

    Ein toller Artikel! Und das Thema liegt mir auch sehr am Herzen. Als ich damals mal bei Istagram ein Foto gezeigt habe, bei dem man Baileys Box im Hintergrund sah, da war die Diskussion gleich groß…
    Deshalb musste das Thema auch unbedingt in meinen Artikel zur ‚Stubenreinheit‘ mit rein :).
    Vielen Dank für deine Verlinkung.

    Gruß
    Jasmin

    • Reply
      LILLY & LENA
      11. Januar 2016 at 6:16 pm

      Gerne! Wirklich ein aufklärungsbedürftiges Thema, obwohl die Hundebox so viele Vorteile hat!

  • Reply
    Mona
    13. Januar 2016 at 7:38 pm

    Eine Bekannte von mir hat einen Schäferhund und für ihn nutzt sie die Hundebox, wenn sie zur Arbeit muß, da nur dann der Hund sich entspannt und nicht die ganze Wohnung zerstört (was er vorher inklusive einem Sofa tatsächlich gemach hat). Ich wollte für meinen Hund keine Box, da ich keine Box in der Wohnung stehen haben möchte. Ich habe jedoch gemerkt, daß ihn in der ganzen Wohnung alleine zu lassen, keine gute Idee ist. Die Wohnung ist zu groß, um meinen Hund alleine zu lassen. Ich habe es damit gelöst, ihn mit seinem Bett in die Küche zu tun. Ich habe ihn an die Küche auch langsam gewöhnt und inzwischen klappt das hervorragend und es gibt immer eine kleine Belohnung. Das mache ich jedoch nur, wenn ich aus dem Haus muß und dann für länger als ein paar Minuten. Ich habe einen kleinen Hund und wenn Gäste kommen, finden ihn alle ganz süss und keiner stört sich, daß sich unser Hund über jeden Besuch riesig freut. Wenn jedoch bei Dir es mit der Box gut läuft, super.

    • Reply
      LILLY & LENA
      16. Januar 2016 at 4:23 pm

      Die Küche ist auch eine gute Idee, nur meine ist offen das hilft hier nicht so viel 🙂 Ich hatte eigentlich auch noch keinen Besuch von Freunden der Angst vor Lilly hatte, aber Lilly mag Handwerker die große Dinge tragen und Lärm machen nicht und die haben auch oft Angst hier in Griechenland.. da ist die Box dann immer eine gute Lösung.

  • Reply
    Tanja
    6. August 2016 at 5:24 pm

    Hallo,
    darf ich wissen, welche Box das ist? Wir suchen eine und es gibt ja im Internet so viele verschiedene… Wir möchten unserer Ari auch einen Rückzugsort geben, da es gerade mit kleineren Kindern immer sehr viel Trubel gibt.

    • Reply
      LILLY & LENA
      8. August 2016 at 10:06 am

      Ich hab die Box in Griechenland gekauft.. so große Unterschiede gibt es aber nicht. Die art wie sich die Tür öffnen lässt ist ein Unterschied und dann gibt es Metallböden oder Plastikböden und die gesamte Box in schwarz oder silber. Ich würde einen Plastikboden empfehlen, der macht nicht so viel Geräusche.

  • Reply
    Vorbereitungen auf Lilly´s erste Reise nach Deutschland I Fliegen mit Hund | HAPPY DOG LIFE
    12. Dezember 2016 at 8:31 pm

    […] ungeplant bekommen und musste in den ersten Tagen mit einer Hunde-Flugbox von Freunden, statt einer Hundebox für die Wohnung, improvisieren um sie Stubenrein zu bekommen. Lilly ist also an Flugboxen von klein auf gewöhnt […]

  • Reply
    Sophie
    24. Februar 2017 at 10:45 am

    Liebe Lena,
    dein Blog gefällt mir sehr gut und auch dieser Artikel hat mir total zugesagt! Du hast super anschaulich beschrieben wozu die Box gut ist. Ich kenne das Problem mit dem „Käfig“ und zugegebenermaßen habe ich das gleiche am Anfang gedacht. Habe mich mittlerweile aber auch vom Gegenteil überzeugen lassen!
    Viele Grüße,
    Sophie mit Bella

  • Reply
    Vorbereitungen auf Lilly´s erste Reise nach Deutschland I Fliegen mit Hund | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    1. April 2017 at 6:36 pm

    […] ungeplant bekommen und musste in den ersten Tagen mit einer Hunde-Flugbox von Freunden, statt einer Hundebox für die Wohnung, improvisieren um sie Stubenrein zu bekommen. Lilly ist also an Flugboxen von klein auf gewöhnt […]

  • Reply
    Unsere Story [Teil 4/10]: Welpen Training | Der Hundeblog für Hundeliebhaber
    17. September 2017 at 9:09 am

    […] etwas Angst, aber meine Mum hat mich mal wieder ausgetrickst. Wie genau, das könnt ihr hier im Artikel „Die Hundebox“ lesen. Fast alle Kommandos die ich kenne, sind in englisch, da meine Mum kaum griechisch spricht und […]

  • Reply
    Ich bin ein „Boxenluder“ – Shiva Wuschelmädchen
    13. November 2017 at 1:16 pm

    […] Unverantwortlich! Kauf dir ein Stofftier!“ Naja, so und so ähnlich. Aber… ist das so? Happy Doglife hat sich darüber auch schon ausführliche Gedanken […]

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