dies & das

Chemie oder Natur gegen Zecken und Würmer?

Auf RTL erschien kürzlich ein Bericht in Punkt 12 über die Anti-Zecken Tablette Bravecto. Schockierend! Die Tablette ist Lebensgefährlich für unsere Vierbeiner, führt zu schlimmen Epileptischen Anfällen und wird trotzdem immer noch von Tierärzten empfohlen und verkauft.

Was mich nun besonders stutzig macht, ist dass das Video auf YouTube nun mich mehr vorhanden ist. Unter diesem Link hatte ich das Video vom 29.03.2017 am 03.04.2017 noch sehen können.
(https://www.youtube.com/watch?v=Sh8zMmwdi2w&feature=youtu.be)

Ich habe mich schon vor einer Weile entschieden, Lilly weder Wurmtabletten zu geben, noch das giftigen “SpotOn” Anti-Zeckenmittel. Entwurmt wird bei uns schon lange ganz natürlich mit Kokosnussöl und Fellohren. Gegen Zecken hatte sie letztes Jahr ein Bio-Antizecken-Halsband und vor dem Spaziergang habe ich sie mit einem Anti-Zecken-Spray eingesprüht, das nur natürliche Inhaltsstoffe enthält. Mich selbst auch, denn das hat auch mich vor lästigen Insektenstichen in der Natur geschützt. Wir haben letzten Sommer noch in Griechenland gelebt, wo die Gefahr für Zecken und Insektenstiche deutlich höher ist als in Deutschland.

Doch es wird einem nicht immer so einfach gemacht mit den natürlichen Alternativen. In der Hundepension bestand man auf das Anti-Zeckenhalsband von Scalibor und für den Flug nach Deutschland mussten die erforderlichen Stempel in ihren Pass. Den bekam ich natürlich nur für die Einnahme der Tablette “Milbemax” (Entwurmung). Auf die Einnahme von Bravecto konnten wir zum Glück verzichten.

Gegen die Entwurmungstablette habe ich mich entschieden, nachdem ich gelesen hatte, dass diese aggressive sowohl gute als auch schlechte Bakterien und Parasiten abtötet. Das schadet auf Dauer dem Immunsystem, den grundsätzlich sind Bakterien im Darm ja etwas völlig normales und werden dort auch gebraucht.

Trotzdem hat Lilly bereits Bravecto bekommen. Ein Blick in Ihren Pass zeigt mir drei Bravecto Aufkleber und Stempel, jedoch verwirren mich die Datums-Angaben: 01.07.2015, 01.10.2015, 12.10.2015. Da habe ich dem Tierarzt wohl deutlich zu sehr vertraut oder ein Eintrag stimmt nicht, denn hinter dem 01.10.2015 finde ich keinen Stempel. So oder so, selbst eine einzige Tablette ist zu viel und nur der lange Zeitraum seit der letzten Tablette gibt mir ein wenig Hoffnung, dass Lilly die Einnahme gut vertragen hat.

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Das Vertrauen in unsere Tierärzte ist aber auf jeden Fall in Frage gestellt. Der RTL Bericht zeigt, das Tierärzte bereits mehrfach über die Nebenwirkungen und Gefahren informiert wurden.

Ich selbst, stelle mittlerweile alles in Frage was mir ein Tierarzt sagt und ich befrage vor der Einnahme jeden Medikaments mindestens Google um Erfahrungen oder Warnungen von anderen zu lesen. Aber als frischer Hundehalter, weiss man es einfach noch nicht besser und vertraut dem Tierarzt fast blind. Das ist ja eigentlich auch richtig so, wenn die Realität uns nicht anders lehren würde. An der Stelle möchte ich erwähnen, dass ich hier in Deutschland eine ganz tolle Tierärztin gefunden habe. Zweimal waren wir bereits dort und langsam beginne ich zu vertrauen. Prüfe wer sich an einen Tierarzt bindet.. 🙂

Update: Während ich diesen Artikel schreibe, waren wir wegen Lilly´s Magenprobleme beim Tierarzt. Beim zweiten Besuch war nur eine Kollegin unserer Ärztin da und.. sie wollte Lilly auf Verdacht gegen Würmer Bravecto verschreiben. Ich habe mich entschieden erstmal eine Stuhlprobe zu nehmen. Damit kann man zwar eventuelle Eier von Parasiten nicht erkennen, aber ein weiterer Test in ein paar Wochen kann das dann zeigen. Zudem geht es Lilly heute wieder gut und vielleicht war es nur das Weizengras das sie dieses Jahr zum ersten Mal frisst (Pflanzenschutzmittel wurde auf unserem Feld noch nicht versprüht) und die starken Temperaturunterschiede.

Bravecto ist das eine, das andere das Scalibor Anti-Zecken-Halsband. Bisher konnte ich noch nie die Packungsbeilage lesen, da ich in Griechenland gelebt habe mit Lilly und es die weder in Deutsch noch in Englisch gab. Ich hatte mir ehrlich gesagt auch nie die Mühe gemacht die Übersetzung online zu lesen, aber auch weil Lilly seit dem letzten Sommer eine Anti-Zeckenband mit natürlichen Inhaltsstoffen trug. Zurück in Deutschland ist das anders und als ich so schnell kein pflanzliches Anti-Zeckenband finden konnte, habe ich in der Apotheke Skalibur gekauft.

“Es ist zu verhindern, dass Kinder, insbesondere unter 2-Jährige, das Halsband anfassen, damit spielen, oder es in den Mund nehmen. Es sollte darauf geachtet werden, dass Kleinkinder keinen längeren, intensiven Kontakt, beispielsweise durch gemeinsames Schlafen mit einem halsbandtragenden Hund, haben.”

 

“Obwohl gelegentlicher Kontakt mit Wasser die Wirksamkeit des Halsbandes nicht beeinträchtigt, ist das Halsband immer vor dem Schwimmen und Baden des Hundes abzunehmen, da der Wirkstoff für Fische und andere im Wasser lebende Organismen schädlich ist.”

[Quelle: http://www.msd-tiergesundheit.de/Products/Scalibor\_Protectorband/Scalibor\_Protectorband.aspx]

Das zu lesen fand ich schon sehr warnend und nach ein bisschen mehr Recherche zum Thema Zeckenschutz, kam das Halsband sofort in den Müll. Man muss sich mal überlegen wie gesund es sein kann, wenn man seinem Hund etwas gibt, dass dessen Blut so giftig macht, das Zecken davon sterben und abfallen. Das gleiche Prinzip gilt bei Spot Ons.

Ich freue mich in ersten Studien zu lesen, das man von einer schützende Wirkung gegen Zecken durch Kokosnussöl ausgehen kann. Bewiesen ist es noch nicht, aber sicher auch weil Anbieter von Kokosnussöl nicht das Budget eines Pharmakonzerns zur Verfügung haben, bzw. Hundehalter auch erstmal gar nicht die Hauptzielgruppe sind.

Das chemische Entwurmen und Schützen vor Zecken, richtet mehr Schaden an als das es Hilft! Für mich ist der natürliche Weg der Richtige.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann 1-2 Mal im Jahr eine Stuhlprobe zum Tierarzt bringen und auf Parasiten untersuchen lassen. Ich selbst lasse von Lilly einmal im Jahr ein großes Blutbild erstellen, auch um mich selbst zu versichern, dass sie durch das Barfen keine Mineralmangel hat. Bisher waren ihre Werte immer top.

Übrigens hatte Lilly noch NIE eine einzige Zecke. Ob das Glück ist, oder dem Kokosnussöl und Spray zuzuschreiben ist sei dahingestellt.


 

Die Gefahren

Um wirklich einschätzen zu können, was man seinem Hund verabreichen möchte, oder auch nicht, ist es wichtig die Gefahren zu kennen. Die wenigsten wissen was überhaupt passieren kann, wenn der Hund von einer Zecke gebissen wird. Die meisten Krankheit die übertragen werden können, können ohne Probleme behandelt werden. Die Vorsorge die hier betrieben wird, ist meiner Meinung nach übertrieben und schlicht weg auch Geldmacherei mit der Angst von uns Hundebesitzern. Schließlich nehmen wir selbst ja auch keine Chemie, obwohl wir mit den Hunden jeden Tag in der Natur sind.

Vor welchen Tieren fürchten wir uns also?
Zecken, Flöhe und Stechmücken / Sandmücken

Flöhe

Das schlimmste an Flöhen ist der dadurch verursachte Juckreiz. Sie können Bandwürmer und Bakterien übertragen und nur selten können Flöhe auch eine Flohspeichelallergie (FAD) verursachen. Sie kommen das ganze Jahr vor, nicht nur in der Zeckenzeit von Frühjahr bis Ende des Sommers. Alles einfach behandelbar.

Zecken

Zecken kommen am häufigsten im Frühjahr und Sommer vor, können aber auch noch gehen Anfang des Winters aktiv sein, bzw. an einer Temperatur von 7 Grad. Die Gefahr an Zecken, ist die Übertragung von Krankheiten. Die häufigsten Krankheiten hierbei sind: Borreliose, Anaplasmose, Babesiose, Rickettsiose, Ehrlichiose.

  • Borreliose kann mit Medikamenten behandelt werden. Es gibt auch eine Vorbeugende Borreliose Impfung.

  • Anaplasmose ist nicht in allen Fällen mit Medikamenten und ggf. Bluttransfusionen heilbar, da sich die Bakterien ins Knochenmark einlagern können. Die Erkrankung muss aber nicht zwingend wieder ausbrechen, auch wenn das der Fall ist.

  • Babesiose. Diese Krankheit wird hauptsächlich in Mittelmeerländern übertragen und kann, wenn sie im Anfangsstadion erkannt wird, sehr gut mit Medikamenten geheilt werden. Da sie aber tödlich enden kann, wenn man sie nicht erkennt, ist auch eine Impfung empfehlenswert, für Hunde die sich über längeren Zeitraum in Mittelmeerländern aufhalten. In Deutschland ist eine Ansteckung durch einen Zeckenbiss eher unwahrscheinlich.

  • Bakterien der Gattung Rickettsia, können in Deutschland von drei verschiedenen Beckenarten übertragen werden und lösen verschiedenen Krankheitsbilder aus. Rickettsiosen können im frühen Stadium sehr gut mit Antibiotika behandelt werden.

  • Ehrlichiose ist ein Krankheitsbild, das vorwiegend in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt. Durch die erhöhte Reiseaktivität von Hunden, werden jedoch auch immer häufiger befallene Zecken in Europe gefunden. Vorwiegen in den Mittelmeerländern, jedoch haben sich in den letzten 10 Jahren auch immer mehr Hunde in Deutschland angesteckt, ohne dass diese selbst in eins der Länder gereist sind. Die Ehrlichiose kann im frühen Stadtion mit zwei verschiedenen Antibiotika behandelt werden, welche in Kombination verabreicht werden müssen. Die Ehrlichiose kann jedoch auch häufig tödlich enden, wenn die Symptome nicht rechtzeitig erkannt werden. 

 

Stechmücken

die gefährlichen Arten kommen nur in wenigen Gebieten in Deutschland vor. In südlichen Ländern ist die Verbreitung dagegen höher. Die größte Gefahr ist die Übertragung von Dirofilarien (Herz,- und Hautwürmer). Wie bei uns sind Stiche natürlich mit Juckreiz verbunden und manche Hunde können allergisch reagieren.

Sandmücken

Auch bei Sandmücken sind Stiche mit Juckreiz verbunden, die aber größte Gefahr ist die Übertragung der sehr ernstumnehmenden Leishmaniose. Bei Leishmaniose können Medikamenten das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Symptome vermindern, aber vollständig heilen lässt sich die Krankheit, welche auch Menschen bekommen können, nicht. Sandmücken kommen aber wie der Name schon sagt, nur im Sand vor, daher besteht in Deutschland keine wirkliche Gefahr.

 


Ernste Gefahren tauchen also weniger in Deutschland, als in Mittelmeerländern auf und vieles lässt sich behandeln, wenn man die Symptome rechtzeitig erkennt. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal näher mit den Symptomen beschäftigen, und darüber noch einen separaten Artikel verfassen.

 

Artikel wie diesen, gibt es gerade überall zu lesen und auch RTL hatte das Thema aufgegriffen. Ich habe mich trotzdem entschieden, noch einen weiteren Artikel dazu zu veröffentlichen, denn umso mehr Hundehalter vor zu viel Chemie gewarnt werden können und die wirklichen Gefahren kennen, umso mehr gesunde und glückliche Hunde haben wir.

Ich würde mich also freuen, wenn Du diesen Artikel teilst, damit so viele wie mögliche davon erfahren und reagieren können! Danke

Lena & Lilly
#happydoglife


 

Hier findet ihr noch einen weiteren tolle Artikel zu diesem Thema von Le Wauz:

Floh- & Zecken-Schutzmittel für Hunde: Wie schädlich sind die Nervengifte darin

 


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2 Comments

  • Reply
    Nina
    13. April 2017 at 8:58 pm

    Danke für deinen Artikel. Bei uns hatte der Tierarzt damals eine Milbe bei Rosi in Ohr entdeckt und ihr direkt die Tablette in Mund geschoben, mit den Worten: Ist gerade noch in der Zulassung für Milben, aber das wirkt!
    Habe mich danach belesen und war schockiert. Vor allem weil Rosi auch Nebenwirkungen hatte… egal… nun ist’s überstanden und kommt nicht mehr in den Hund!!
    Ich wollte fragen, welches Spray du verwendest? Denn ich find’s super, wenn man es auch gleich für sich selbst nehmen kann.
    Liebe Grüße
    Nina & Rosi

    • Reply
      LILLY & LENA
      13. April 2017 at 11:21 pm

      Liebe Nina,

      Ich habe noch einen Rest des Sprays dass ich in Griechenland gekauft habe, aber nun hier in Deutschland auch das Spray von Lila Loves It bestellt, da es auf pflanzlicher Basis ist und ich es auch verwenden kann.

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